1900 wird Paul Reichle in Stuttgart geboren. Nach einer Malerlehre studiert er von 1919 bis 1922 an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule. 1924 bis 1925 ist er Student am Bauhaus in Weimar bei Josef Albers, Wassily Kandinsky und Paul Klee. 1927 holt ihn Willi Baumeister ins Atelier der Stuttgarter Werkbundausstellung. Auf Empfehlung von Baumeister wird er als Farbberater bei DLW in Bietigheim angestellt, wohin er dann auch umzieht. Während des Zweiten Weltkriegs ist er als Soldat in Paris stationiert und besucht dort, in Zivil, seinen Lehrer Wassily Kandinsky. Über die Galeristin Jeanne Bucher kommt er dort auch mit zu jüngeren Künstlern der École de Paris in Kontakt und freundet sich mit Serge Poliakoff und Raoul Ubac an. Ab 1973 Zusammenarbeit mit dem Siebdrucker und späteren Galeristen Roland Geiger. 1978 erhält Paul Reichle das Bundesverdienstkreuz. Bis zu seinem Tod 1981 lebt und arbeitet Reichle in Bietigheim-Bissingen, wo er 2025 mit zwei großen Ausstellungen zum 125. Geburtstag geehrt wird. Im Herbst 2025 ist der Bauhaus-Schüler in der kunsthistorischen Ausstellung „Ackermann, Neuz, Reichle – Abstraktion in der Nachfolge von Hölzel und Kandinsky“ in der Galerie Geiger in Konstanz zu sehen